Einkaufsmarkt China: Alles anders - aber immer noch attraktiv!

Im „Reich der Mitte“ bewegt sich derzeit sehr viel. Die chinesische Regierung will weg vom Image der „Werkbank der Welt“, hin zu technologisch hochwertigen und komplexen Systemen, die im eigenen Land entwickelt werden. Mit dem Programm „China Manufacturing 2025“ hat die Regierung einen Investplan in der Größenordnung von mindestens 170 Milliarden Euro bis 2025 aufgesetzt. Im Vergleich dazu: In Deutschland wurden für den gleichen Zeitraum gerade mal drei Milliarden Euro verabschiedet.

Diese engagierte Planung wird insbesondere in den gut entwickelten Küstenregionen der Volksrepublik zu einer ausschlaggebenden Veränderung der Produktionsbasis beitragen. Der Trend geht dort ganz klar hin zu professionellen und hochklassigen Produkten, zu integrierten und intelligenten Systemen.

Auch die Kosten der Mitarbeiter werden in diesen Regionen weiter steigen. Für die Sourcing-Teams in den europäischen Unternehmen bedeutet dies eine veränderte Strategie im chinesischen Einkauf.

Worauf stellen wir uns ein?

Der erhebliche Kostenvorteil bei vergleichsweise guter Qualität bleibt vorerst bestehen – Aber jetzt können sogar hochwertige Komponenten in China zugekauft werden. Hierbei gilt es, den „richtigen“ Partner zu finden und als Lieferant auch entsprechend zu „führen“.

Arbeitsintensive Komponenten können weiterhin in China gefertigt und gekauft werden. Denn auch wenn der Kostenanstieg in den Küstenregionen eklatant ist, sind dort „nur“ ca. 500 Mio. Menschen angesiedelt. Eine weitere knappe Milliarde Menschen ist in anderen Regionen des Reiches der Mitte angesiedelt und will an den Entwicklungen partizipieren.

Auch in den Regionen fernab der Küsten gibt es nach wie vor interessante Einkaufsmöglichkeiten, so z.B. in der Region um den Drei-Schlichten Damm bei Chongquing (die mit 36 Millionen Einwohnern die größte Stadt der Welt ist), in Chengdu oder auch Wuhan. Auch wenn die Erreichbarkeit dieser Regionen immer noch schwieriger ist als die großen Metropolen an der Küste – es gibt mittlerweile auch Direktanbindungen aus Europa in die „innerchinesischen“ Metropolen. Auch Chinas Hochgeschwindigkeits-Bahnnetz, welches hervorragend funktioniert, ist eine gute Alternative. Die Logistikbranche hat mit Bahnlinien aus China nach Deutschland reagiert und damit einen recht günstigen Weg gefunden, in 17-18 Tagen Ware in Deutschland verfügbar zu haben. 

Die Geschäfte in China sind heute deutlich einfacher als in der Vergangenheit. So hat sich die Weltsprache Englisch gut durchsetzen können, die Qualitätsstandards haben deutlich zugelegt und Individual-Serien nehmen an Attraktivität zu. Denn auch die chinesischen Manager wissen, wie die internationalen Geschäfte funktionieren. Dazu kommt, dass die Schutzrechte geistigen Eigentums in China deutlich ernster genommen werden als in der Vergangenheit, die Problematik in diesem Bereich hat damit deutlich nachgelassen.

Auf kulturelle Besonderheiten ist beim Verkaufs-Prozess in China nach wie vor zu achten. Das gemeinsame Essen ist obligatorisch und auch Preisverhandlungen dauern im Schnitt immer noch sechsmal so lang wie bei uns. Auch die Überprüfung der Qualität vor Versand wird von uns immer noch empfohlen. Dies sind aber altbekannte Themen. 

Wenn Sie unsicher bei Ihrer China-Strategie im Einkauf sind sprechen Sie uns an. Wir kennen den Markt sehr gut und verfügen über ein Partnernetzwerk in China, welches unterstützend „vor Ort“ tätig ist. Der Markt in China bietet derzeit wieder sehr viele Chancen!


Achim Rink